(5) Eine Begegnung der besonderen Art

Zurück aus dem Urlaub – und auf der Heimreise eine Begegnung der besonderen Art …

28.11.2013 - Flug von Delhi nach Istanbul. Neben uns am Fenster sitzt – mutmaßlich – ein Inder mittleren Alters, mit gepflegtem Äußeren – braunes Sakko, dunkler Schnauzbart – schlank, etwas kleiner als wir. Noch vor dem Start werden kleine Beutel ausgeteilt – wie bei längeren Flügen üblich mit Socken und Schlafmaske. Dabei ist es ein Flug mit der Sonne bei Tag. Wir beobachten, dass der Inder neben uns nicht nur den Sitz und den Inhalt der Sitztasche vor ihm behutsam inspiziert, sondern auch den kleinen, gerade ausgeteilten Beutel. Jutta flüstert zu mir: schau mal, der fliegt bestimmt zum ersten Mal. Fast fürsorglich-mitleidig sehen wir immer mal wieder zu ihm hinüber, helfen ihm bei der Bedienung der Fernbedienung für das Board-Unterhaltungsprogramm, reichen ihm Getränke und Essen herüber, als die Stewardess bei uns vorbei kommt.

Nach einiger Zeit bittet er uns ihn heraus zu lassen – er spricht gutes Englisch. Wir warten einige Zeit auf ihn – aber er kommt nicht zurück. Als wir ihn im hinteren Teil des Flugzeugs entdecken, gibt er uns ein Zeichen, dass er lieber steht und herum geht und wir uns wieder setzen können. Nun gut.

In der zweiten Hälfte des Fluges gehen auch wir etwas herum, begegnen ihm irgendwo, wechseln ein paar Worte – er ist sehr freundlich und lächelt uns offen und herzlich an. Irgendwie kommen wir nicht umhin ihn sympathisch zu finden – immer noch in dem Glauben, dass er ein ganz einfacher Mensch ist, der zum ersten Mal in seinem Leben sein Heimatland verlässt.

Gegen Ende des Fluges kommt er zurück, setzt sich jedoch zunächst auf einen freien Platz neben uns. Ich frage ihn, wo er denn hin möchte – ob er in Istanbul bleibt oder noch weiter fliegt. Er antwortet uns, dass er noch weiter nach Israel möchte – er gibt dort einige Seminare und hält auch Vorträge. Wir sind überrascht - offenbar ist er keineswegs zum ersten Mal mit dem Flugzeug unterwegs. Ich frage ihn, worüber er denn spricht und was für Seminare das denn sind. Er erzählt irgendetwas von Spiritualität und Philosophie, was ich zunächst nicht ganz verstehe – und erwähnt mehrfach einen Namen, von dem ich nur „Murti“ verstehe. In meinem Hinterkopf beginnt es zu arbeiten. Murti … ich kennen doch einen Murti … Krishnamurti … Ich unterbreche ihn und frage, ob er Krishnamurti meint. Überrascht und gleichzeitig erfreut ruft er: ah, you know him? You know Krishnamurti? Ja, sage ich und erzähle ihm, dass ich gerade eines seiner Bücher gelesen habe (Einbruch in die Freiheit) und zwei Weitere bei uns zuhause darauf warten gelesen zu werden.

Es beginnt eine lebhafte Unterhaltung über Krishnamurti, seine Philosophie und Weltanschauung und auch die Seminare, und Vorträge, die „unser“ Inder in aller Welt gibt. Unter anderem war er auch bereits in Deutschland, in Freiburg und Stuttgart und in anderen, kleineren Städten. Es ist faszinierend. Da sitzt jemand neben uns – ganz unscheinbar – und ist in Wirklichkeit ein hochgebildeter Mann, der das Gedankengut eines der größten Philosophen der Neuzeit in die Welt hinaus trägt. Wie man sich täuschen kann. Wir sind beschämt.

Nach einiger Zeit fragt er auch uns, was wir denn so machen und wie wir auf Krishnamurti gekommen sind. Ich erzähle ihm von Tantra – von unserem westlichen Neo-Tantra – und es entspinnt sich eine neue Unterhaltung über Tantra, Freiheit, Liebe, Wahrhaftigkeit, Authentizität und Bewusstheit. Als Inder ist Tantra natürlich ein Begriff für ihn und er ist begeistert, dass wir diese Art zu leben in die Welt tragen. Offenbar sind unsere Vorstellung von Tantra und Krishnamurti’s Vorstellungen einer Art zu leben und vielleicht sich auch auf den Weg zu einer anderen Bewusstseinsebene zu machen, gar nicht so weit voneinander entfernt.

So tauschen wir zum Schluss unsere email-Adressen aus und er gibt uns auch noch einen Flyer mit: The Krishnamurti Center – Rajghat – Varanasi – India – www.j-krishnamurti.org.

Letztendlich gehen wir wieder ein wenig demütiger aus dieser Begegnung und müssen uns wieder einmal sagen, dass wir einen Menschen zu schnell in eine Schublade gesteckt haben. Aber wir gehen auch sehr beschwingt aus dieser Begegnung der besonderen Art, die uns wieder einmal das Gefühl gibt, dass vielleicht nichts ohne Grund geschieht.

 

[Jiddu Krishnamurti (1895-1986) wird als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts betrachtet – manche sehen in ihm  die Re-Inkarnation Buddhas]

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